14 Synthesizer, 4 Sampler und Transformer, 2 Live Maschinen und 9 Effekte auf einmal – gibt’s nicht? Gibt’s doch! Dies alles hat nämlich Reaktor Session zu bieten. Reaktor Session ist ein neues Tool aus dem Berliner Hause Native Instruments. Das Allround-Programm baut ursprünglich auf Reaktor 4 auf. Die ganze Reaktor–Serie gibt es schon seit einiger Zeit, ursprünglich konnte man mit der Serie seine eigenen Synthesizer selbst zusammenbauen. Dieses coole Feature, welches u.a. auch in Native Instruments
Traktor Pro enthalten ist, kann Reaktor Session zwar nicht bieten, ist aber nicht schlimm, ja sogar eigentlich ganz gut. Denn welcher „Anfänger“ kann schon seine eigenen Geräte so zusammenbauen, dass sie dabei auch noch ordentlich klingen. Wer gleich hart ins Produzentengeschäft einsteigen will, der kann natürlich auch gleich mit Reaktor 4 anfangen. Man sollte aber unbedingt einen Blick in Rektor Session werfen. Mit Reaktor Session bekommt man ein Produkt mit Synthesizern, Sequenced Synthies, einem integrierten Sequenzer, Samplermodulen und einer Effektbox, die analoge Filter, wie Classic-Vocoder, Echos, Hall, Kompressoren und eine Flatblaster Multiband Dynamics enthält. Die Installation erweist sich als außerordentlich einfach und wird auch gut im Handbuch beschrieben.
DJ ERquipment Review
Die Produkt-Autorisierung erscheint auf den ersten Blick etwas verwirrend, ist sie aber nicht. Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten sich registrieren zu lassen, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen. Soviel sei jedoch gesagt, wer einen Internet-Anschluss hat, der ist fein raus. Kommen wir nun zu den einzelnen Synthies. Wir werden hier nicht alle besprechen können, da dies den Rahmen des Testberichts sprengen würde. Der Carbon-Synthesizer ist, wie Native Instruments (NI) es selbst behauptet, eine fantastische Sound Engine mit über hundert Sounds aus fremden Welten. Wir würden es nicht wagen etwas anderes darüber zu behaupten, denn das, was NI in der Beschreibung verspricht, wird jedem schnell klar, wenn er durch die Presets stept. Der Carbon ist ein subtraktiver Synthesizer, in dem einer der bestklingendsten Digitalfilter zum Einsatz kommt, den man bisher gehört haben dürfte.
Native Instruments DJ Equipment
Die Hüllkurven sind schnell und erzeugen knackige Sounds. In der Sound Bank des Carbon dürfte für jeden etwas drin sein. Ob es nun House, Trance, Techno oder Drum `n’ Bass sein soll, ist egal. Ein weiteres Schmankerl von Reaktor Session ist das Abspielen von Midi-Files. Außerdem lassen sich zwei Sounds miteinander morphen. Hierbei werden zwei Snapshots eines Sounds ineinander übergeblendet. Dies kann in einer frei einstellbaren Zeit von 60 Sek. geschehen. Der Kaleidon ist der größte Synthesizer in der Reaktor Library. Er erzeugt von realistischen Schlagzeugklängen, Orgeln, Holzbläsern und Saxophonen außerdem House-Akkorde, Techno-Bässe und „außerirdische Atomsphären“. Der Kaleidon ist des Weiteren noch mit einer Effekt–Sektion ausgestattet, die sich sehen bzw. hören lassen kann! Sie wertet die ohnehin schon satten Sounds noch einmal ordentlich auf.
DJ Software zukunftsfähig ?
Hier werden keine Wünsche offen gelassen und dem Experimentiertrieb sind keine Grenzen gesetzt. Wem das auf den ersten Blick zu viele Parameter sind, der kann sich die nicht Benötigten erst einmal ausblenden. Dies geschieht ganz einfach mit dem A/B Knopf ganz oben rechts in der Titelleiste des Synthesizers. Der DSQ–32 ist eine virtuelle Drum-Machine mit Lauflichtprogrammierung. Jeder eingefleischte Schranzer wird hier seine Freude dran haben, denn die vorprogrammierten Pattern sind alle im harten Techno-Style erstellt und geben genug Anregung, um eigene Ideen umzusetzen. Mit wenigen Clicks kann man hier eine Menge erreichen. Auch hier bewirkt das Morphing-Parameter kleine Wunder und bereitet Es viel Spaß beim Schrauben. Ein wunderbarer Pluspunkt, den jeden MIDI - Anwender freuen dürfte, ist die MIDI - Learnfuktion. Dabei geht man ganz einfach auf das zu steuernde Element, wie zum Beispiel Oszillator - Regler, LFO, Filter - Auswahl ect., indem man beim PC per Rechtsklick die Learnfunktion auswählt und danach einfach bei seinem Masterkeyboard einen MIDI - Regler bedient, der Controler Daten ausgibt, wie zum Beispiel das Modulationsrad. Reaktor Session dürfte nicht nur für Anfänger interessant, sondern auch für erfahrene Produzenten sein. Bei aller Liebe zum Detail, Reaktor Session ist kein Kinderspielzeug, auch wenn es genauso viel Spaß macht. Eines steht für uns jedenfalls fest, bei diesem Tool droht extreme sucht Gefahr.
Fazit
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für die Fülle an Klangqualität äußerst fair, denn wo bekommt man für 250,- € schon 14 Synthesizer, vier Sampler und Transformer, zwei Live Maschinen und neun Effekte geliefert? Zu allem Übel lässt sich Reaktor auch noch ganz einfach als Plug In in Sequencer-Programme wie Cubase und Logic einbinden, wo man dann mehre MIDI- und Audiospuren bequem verwalten kann. Man spart beim Kauf von Reaktor Session auch noch die Hälfte des Kaufpreises von Reaktor 4, was die ganze Sache noch interessanter machen sollte. Native Instruments geht von einem Pentium-, Celeron- oder Athlon-Prozessor mit 700 MHz aus. Weiterhin sollte man 256 MB RAM und 300 MB freien Speicherplatz im Rechner haben. Als Betriebssysteme kann man Windows 98/ME/2000/XP benutzen. Hierbei handelt es sich jedoch nur um die Mindestanforderungen! Um jedoch richtig Spaß am Produkt zu haben, wäre ein 1.6 MHz schneller Rechner und mehr, sowie mindestens 512 MB RAM nicht schlecht...